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Mein erster Gran Fondo 300+ …und immer geradeaus…

Nach einem sehr ruhigen Radjahr 2018 ging es mit der Saisonplanung 2019 schon im Oktober los. Schnell stand fest, das ich mit meinem Bruder im April die Tour der AUDAX Swiss Rund um den Bodensee fahren wollte. Des Weiteren hatte ich die by bike Tour Bonn-Eupen-Bonn und den Dreiländergiro fest eingeplant. Für den September gab es aber leider kein Event, der mich gereizt hätte. Irgendwann aber flüsterte ein Stimmchen ganz leise: „Sag mal, willste nicht mal was Längeres machen …?“ Kurz überlegt und Thomas angerufen, der in 2017 in einem Rutsch mit dem Trekking Rad von Overath nach Burgh Hamstede gefahren ist. Gute 300km kamen bei dem Trip zusammen. Nach kurzem Schnack war klar, das geht auch mit dem Rennrad und die Streckenlänge war genau das was mich reizte. Nach kurzem überlegen und einigen Telefonaten stand der Plan und die Mitstreiter waren ebenfalls schnell gefunden. 300+ im Palmares stehen zu haben macht sich einfach gut! 

Die Streckenplanung in Komoot verlief recht einfach und Problemlos. Aus 344km wurden 312km und letzt endlich 324km. Einmal von Overath nach Burgh Hamstede, bzw. Renesse in Holland. Zwar kamen nur knapp über 1000hm zusammen aber der Wind sollte uns schon noch richtig zu schaffen machen.

Streckenplanung in Komoot

Freitag 6. September 2019

Es ist kurz vor vier und ich habe gefühlt nur zwei Stunden geschlafen und die vergangenen Tage damit verbracht, die Wetter- und Windvorhersagen entlang der Route zu checken. Für diesen Freitag soll es den ganzen Tag, wenn wir im Zeitplan ankommen, trocken bleiben und gemütliche 22° Grad warm werden. Bis auf den vielleicht an der Küste aufkommenden straken Wind praktisch perfekt. 

Treffpunkt Kreisverkehr Overath, pünktlich um 4:00 Uhr und frische 4°C starten wir (Thomas, Jens, Ulf, Philipp und ich) nach kurzer Begrüßung in das Abenteuer. Unsere Lampe lassen die dunkle Nacht zu Tag werden und breiten einen Lichtteppich vor uns aus.

Start in Overath

Zum Aufwärmen geht es erstmal rauf nach Heiligenhaus, wo René auf uns wartet. Nach kurzer Begrüßung geht es jetzt richtig los, um diese Uhrzeit herrscht wenig Verkehr und wir können locker und entspannt nebeneinander fahren und quatschen.

…auf geht‘s!

Nach etwas mehr als einer Stunde haben wir die Brücke über die A1 erreicht.Auf dem Weg in Richtung Dormagen wird das Verkehrsaufkommen mehr, denn Bayer startet in den letzten Arbeitstag der Woche. 

Überquerung der A1

Kurz nach Ückerath, knappe 2:15h im Sattel dämmert so langsam der Morgen, die Beine fühlen sich noch frisch und munter an. So manche Autofahrer sind zwar etwas überfordert mit Radfahrern am frühen Morgen aber unserer Stimmung tut das keinen Abbruch.

…in den Sonnenaufgang…

Und kurz vor Büttgen ist es dann auch soweit, die Sonne ist aufgegangen und versucht uns mit ihren ersten Strahlen zu wärmen.

…die Sonne kommt…

4:03h, 100km, Lobberich ist erreicht. Der erste Stopp zum Flaschen füllen und ein zweites Frühstück in form von Riegeln und Gels. Kurz mal vom Sattel runter ist für uns alle eine sehr willkommene Abwechslung.

…erster Pit Stop…

Nach kurzer Rast geht es dann frisch, fromm, fröhlich, frei weiter in Richtung Venlo und holländische Grenze. Extra für Thomas haben wir noch ein kleines Stück Radweg an der Maas entlang in unsere Route eingebaut. Ich muss sagen, die Richtige Entscheidung. Diese fantastischen Eindrücke bleiben garantiert im Gedächtnis hängen.

…an der Maas entlang..

Kurz vorm verlassen von Venlo besucht mich dann aber leider die Defekthexe. Ein leichtes klackern lässt mich auf mein Hinterrad schauen. Zunächst versuche ich das geglaubte Steinchen mit der Hand vom Hinterreifen zu entfernen aber schnell wird klar, das ist kein Steinchen, das ist ein Nagel. Scheiße denke ich, der gute neue Reifen. Wie schon fast erwartet, schafft die Tublessmilch es nicht, das Loch des Nagels zu verschließen. Also steht ein unplanmäßiger Boxenstopp mit Reifenwechsel an.

…Boxen Stop…

Die Jungs nutzen diesen Stopp dann auch gerne zum verpflegen und was man sonst noch so alles „erledigen“ muss. Mit neuem Schlauch geht es dann weiter über teilweise sehr schöne Aleenradwege in Richtung Eindhoven. In einem Nest namens Best eine kleine Rast. Nach nun gut 7:40h, inkl. Pausen, im Sattel ist jetzt ein Kaffee fällig, ohne den geht jetzt gefühlt nix mehr. Wie gut doch so ein Kaffee bei Mc Donalds schmecken kann, herrlich.

Die Zeit nutzen wir natürlich auch um unsere Flaschen nochmal zu füllen und eine Kleinigkeit zu essen. Die Ärmlinge und Beinlinge werden ausgezogen und in kurz/kurz geht es weiter in Richtung Tilburg und Breda. Die Durchquerung der beiden Orte ist gefühlt der anstrengendste Teil bis dato, die ständigen Stops an den Ampeln und das wieder antreten tuen den nun doch schon sehr müden Beinchen nicht wirklich gut. Aber was wollen wir machen, da müssen wir jetzt durch.

In Etten-Leur, bei Kilometer 240, nochmal eine kleine Pause an einer BP Tankstelle. Ich kann keine Riegel und Gels mehr sehen. Kurz mal zwei BiFi Roll rein drücken und mit einer kalten Cola nachspülen. Die einfachsten Dinge können manchmal so glücklich machen. René nutzt die Gunst der Stunde und besucht das Bahnhofsklo und schon geht‘s weiter. Bis dato haben wir den Wind nur ab und zu wahrgenommen, das sollte sich aber auf den nächsten Kilometern schlagartig ändern.

…einfach Klasse, eine kalte Cola…

Kilometer 270, wir verlassen Steenbergen in Richtung Zirikzee. Der Wind bläst uns mit Windstärke 5/6 entgegen. Als hätten wir es nicht schon geahnt, die letzten 80km werden jetzt zu einer echten mentalen Prüfung. Bei Kilometer 277 dann die letzte kurze Pinkelpause und der Kampf gegen den Wind geht weiter.

Die magische 300km Marke ist bei Boerderijcamping de kleine Schorre nach einer Gesamtfahrzeit von 13:20h erreicht. Der Wind pfeift uns unerbittlich entgegen.

300!

Na endlich, das erste Schild Burgh-Haamstede / Renesse, der letzte Abschnitt, jetzt kann uns nichts mehr aufhalten! Die letzten gut 20km sind echt zäh und vergehen nur sehr langsam.

Der Wind ist definitiv gegen uns und auf den letzten paar hundert Metern fängt es dann auch noch an zu fieseln. Der Strand ist in Sicht, das Ziel ist erreicht und der Fan Club mit Willi, TC und Bernd wartet mit einer Laola und einem kühlen Bier auf uns.

Am Ende sind es gute 324 km mit 1081 hm geworden, in einer Nettofahrzeit von 12:09:45 Stunden.

Für die Statistiker gibt’s hier nochmal alle Daten der Tour:

  • Distanz 324,05 km
  • Höhenmeter 1081 hm
  • Zeit in Bewegung 12:09:45 Stunden
  • Geschwindigkeit Ø 27.0 km/h
  • Herzfrequenz Ø 121 bpm
  • Temperatur Ø 11°
  • Rad Airstreeem Storm 

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